Intern
    Studierendenvertretung

    Impro-Theater @ studi(o)bühne

    „Was wäre wenn?“ Wer hat sich diese Frage nicht schon einmal in einer mehr oder weniger interessanten Vorlesung gestellt und je nach Interesse am vermittelten Stoff dann seinen Gedanken unterschiedlich stark freien Lauf gelassen? Was wäre beispielsweise wenn Gollum, die Zahnfee und eine Politesse gemeinsam an Weihnachten im Gefängnis sitzen und über ihre prekäre Lage schwadronieren? Oder wenn die Heiligen Drei Könige ursprünglich gar nicht auf der Suche nach dem neugeborenen König der Juden waren, sondern es sich dabei nur um normale Vertreter handelte, die auch nicht Gold, Weihrauch und Myrrhe dabei hatten, sondern nur Staubsauger, Vaterschaftstests und den Wachturm unter das Volk bringen wollten. Während solche Gedanken in der Vorlesung sicherlich nicht allzu förderlich sind, können sie im Impro-Theater bedenkenlos durchgespielt werden, wobei letzteres durchaus wörtlich zu nehmen ist.

    Beim Improvisationstheater gibt es keinen Text, kein Script und keine vorgegebenen Charaktere – alles entsteht erst im Lauf einer Szene, für die meist das Publikum Vorgaben wie beispielsweise den Ort, die Handlung oder einen wichtigen Gegenstand auswählt. Jetzt stellt sich euch sicherlich die Frage: „Kann das wirklich funktionieren und dabei auch noch Spaß machen“? Eindeutige Antwort darauf: „Ja, es kann“! Sehr sogar, wie es inzwischen immer mehr Menschen selbst bei einer der zahlreichen Impro-Shows auf Bühnen oder im Fernsehen erleben können. Das vielleicht bekannteste Beispiel für eine Impro-Fernsehshow ist hier sicherlich die Schillerstraße, wo man auch viele bekannte Comedians und Kabarettisten sah, die zu Beginn ihrer Karriere Improvisationstheater spielten wie beispielsweise Bernhard Hoëcker oder Ralf Schmitz. Das Spielen dieses Bühnen-Genres macht nicht nur wahnsinnig viel Spaß, es fördert zugleich die Kommunikationskompetenz, die geistige Flexibilität und die Schlagfertigkeit der Akteure (an einigen Universitäten wird Improvisationstheater deshalb sogar als Kurs im Rahmen des Career-Service oder unter dem Punkt Softskills angeboten). Ein wichtiger Punkt ist dabei für die Spieler auch, dass sie den Mut aufbringen sich dem Unvorhersehbaren zu stellen und die Angst vor dem Scheitern besiegen, was nach anfänglicher Überwindung mit der Zeit sogar in eine Lust am Scheitern umschlagen kann! Dies ist dann nicht nur bei den Proben oder Auftritten hilfreich, sondern kann auch im normalen Leben vorteilhaft sein. Wer beispielsweise schon einmal aus dem Nichts eine flammende Rede über die Geschichte der Herstellung von südafrikanischen Schrumpfkopfmöbeln gehalten hat, der hat auch vor dem nächsten Referat, bei dem man ja sogar schon den Text kennt, keine Angst mehr.

    Wer jetzt Lust bekommen hat einmal selbst Impro-Theater auszuprobieren, kann dies im Rahmen des UniTheaters Würzburg tun, die Proben finden ab dem 07. November immer donnerstags um 19.30 Uhr im Mehrzwecksaal am Hubland (ein Stockwerk über der Caféteria im Mensagebäude) statt.